Mobilfunkgespräche im EU-Ausland werden billiger, Datendienste jedoch
nicht. Die sächsische Verbraucherzentrale warnt vor leichtfertiger
Nutzung von Datendiensten im Ausland
"Leider werden die Tarife für Handy-Telefonate aus dem EU-Auslandsurlaub
nach Hause erst am Ende der hochsommerlichen Reisesaison erneut
gesenkt", bedauert Evelin Voß, Telefonexpertin bei der
Verbraucherzentrale Sachsen. Sie dürfen ab dem 30. August statt maximal
58 Cent pro Minute nur noch bis zu 55 Cent pro Minute kosten. Wenn man
sich auf dem Handy anrufen lässt, sind es dann maximal 26 statt 28 Cent
pro Minute.
"Ein Fünf-Minuten-Handygespräch etwa von Mallorca nach Deutschland ist
dann mit 2,75 Euro aber noch immer vergleichsweise teuer, und ein ebenso
langer Anruf aus Deutschland schlägt mit 1,30 Euro zu Buche, weil der
Angerufene die Roamingkosten tragen muss", rechnet Voß vor.
Für Datenverbindungen, wie SMS, MMS und Verbindungen ins Internet über
das Handy wurden die Tarife allerdings nicht abgesenkt. "Vielen
Verbrauchern ist leider nicht bewusst, dass ihr Handytarif nur für
Deutschland gilt", warnt Voß. "Damit sind auch Handy-Flatrates für
Telefonate und fürs Internet im Ausland nicht gültig."
So kann es zum Beispiel sehr teuer werden, wenn das Handy im Ausland
angeschaltet bleibt und alle 5 Minuten automatisch ins Internet geht, um
nach neuen E-Mails Ausschau zu halten. Dadurch kommen in 14 Tagen leicht
bis zu 400 Megabyte zusammen. Wenn der Download von einem Megabyte
beispielsweise Roaming-Kosten von 18,80 Euro verursacht, beträgt die
Rechnung am Urlaubsende dafür 7.920 Euro. "Auch vom Datei-Download mit
dem Handy, etwa von MP3-Musiktiteln, sollte man wegen der hohen
Roaming-Kosten für Datenverbindungen im Auslandsurlaub am besten die
Finger lassen", rät Voß.
Es bleibt zu hoffen, dass das EU-Parlament spätestens im nächsten Jahr
auch die Roamingkosten für Datenverbindungen im EU-Ausland per
Verordnung deckelt.
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