Falsche Datenschützer auf Kundenfang
Trittbrettfahrer nutzen Daten-Skandal für miese
Geschäfte - Verbraucherzentrale Niedersachsen rät
zur Vorsicht!
Manche Geschäftemacher versuchen die derzeitige
Diskussion zum Datenklau
für weitere miese Geschäfte zu nutzen. Dies zeigen
aktuell Beschwerden bei
der Verbraucherzentrale.
So melden sich Verbraucher, die von einer Frau
Schmalz angerufen werden
mit dem Hinweis, der Betroffene gehöre ja auch zu
den
Datenklaugeschädigten, was nach Aussagen der
Angerufenen auch tatsächlich
zutrifft.
Woher Frau Schmalz diese Kenntnis hat, wird nicht
gesagt. Sie
rät den Geschädigten, sich bei Problemen und Fragen
an folgende
Telefonnummer 01805-6669229 zu wenden. Bei dieser
Nummer handelt es sich
um eine Servicenummer für 0,14 Euro/Minute. Wie die
Verbraucherzentrale
herausgefunden hat, verbirgt sich hinter dieser
Nummer angeblich die
"Gemeinschaft zum Schutz gegen unerwünschte
Werbung".
Besonders dreist ist folgende Masche: Verbraucher
berichteten von einem
Anruf eines Herrn Becker von der
Verbraucherzentrale Düsseldorf! Dieser
erklärte, man würde die persönlichen Daten sowie
die Kontonummer des
Betroffenen kennen und von Düsseldorf aus alles zum
Schutz der Betroffenen
tun, z. B. mögliche unerlaubte Abbuchungen
zurückholen. Dafür würde er 40
Euro vom Konto abbuchen. Dazu Pressesprecherin
Gabriele Peters: "Die
Verbraucherzentralen rufen niemanden zu
Werbezwecken oder angeblichen
Schutzmaßnahmen an. Diese Abzocker haben sich nicht
nur illegal die
Kontodaten von Verbrauchern besorgt, sondern
missbrauchen auch noch den
guten Namen der Verbraucherzentrale und bieten eine
Dienstleistung an, die
gar nicht durchführbar ist".
Wie schon die Organisation "Deutscher Verband gegen
Datenmissbrauch und
Werbebelästigung" versucht auch dieses Unternehmen
Kasse zu machen mit der
Furcht vor Datenmissbrauch.
Die Verbraucherzentrale rät: "Derzeit gibt es
keinen wirksamen Schutz
gegen Datenmissbrauch und deshalb muss jeder sehr
zurückhaltend mit der
Nennung seiner sensiblen Daten sein. Man sollte
sich auf Geschäfte mit
diesen oder anderen angeblichen Datenschützern
nicht einlassen und die
Kontobewegungen weiterhin sorgfältig
kontrollieren."
Die Verbraucherzentrale fordert, dass jegliche
Weitergabe von
Verbraucherdaten ohne schriftliche Zustimmung des
Adressinhabers
prinzipiell verboten wird. Auch sollten Verträge,
die durch
Telefonmarketing angebahnt wurden, grundsätzlich
nur mit einer
schriftlichen Bestätigung des Verbrauchers wirksam
werden. Gabriele
Peters: "Es geht nicht an, dass Menschen aktiv
werden müssen, um sich
gegen Verträge zu wehren, die sie nie abschließen
wollten oder um
unberechtigte Zugriffe auf ihr Konto zu
korrigieren."
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